Fragen und Antworten zur Münchner S-Bahn

Ist die S-Bahn-Stammstrecke derzeit wirklich überlastet?

Die Zahlen sprechen dagegen. Auf dem am stärksten belasteten Abschnitt fahren gut 200.000 Fahrgäste täglich. Das sind etwa so viele wie vergleichsweise bei der U3/U6. Doch hier sind die Züge viel kürzer. Eine parallele Trasse für die U3/U6 durch die City hat übrigen auch noch niemand gefordert.

Kann das Platzangebot im Berufsverkehr noch verbessert werden?

Ja. Denn die meisten Züge fahren auch zur Spitzenzeit derzeit nur zweiteilig, obwohl drei Zugteile möglich wären. Hauptproblem: Es fehlt an Fahrzeugen.

Würde ein zweiter Tunnel die Störanfälligkeit der S-Bahn mindern?

Das ist kaum zu erwarten. Denn nach der Statistik entsteht nicht einmal jede 10. Störung im Stammstreckentunnel.

Wären Express-S-Bahnen nicht ein Fortschritt?

Die Befürworter versprechen Fahrzeitgewinne, aber Express-S-Bahnen haben gravierende Nachteile: Weil sich langsame und schnelle Züge die Gleise teilen, behindern sie sich schon bei kleinen Verspätungen gegenseitig. Das System wird dadurch instabiler. Und: Fahrgäste müssen häufiger umsteigen, weil viele direkte Verbindungen in die City entfallen.

Ist für einen Flughafen-Express ein zweiter Stammstreckentunnel nötig?

Nein. Wenn eine bestehende Linie über den Ostbahnhof hinaus nonstop zum Flughafen verlängert wird, tritt nahezu die gleiche Fahrzeitersparnis ein.

Wer müsste für den zweiten Tunnel letztendlich bezahlen?

Der Steuerzahler in erster Linie. Er kommt für Zins und Tilgung bei Krediten der öffentlichen Hand auf. Und auch die Kosten für die Anlagenunterhaltung würden mit dem zweiten Tunnel erheblich steigen: Um 18 Mio. Euro jährlich.